Guido Dwersteg: Einhand um den Atlantik

Einhand um den Atlantik Book Cover Einhand um den Atlantik
Guido Dwersteg
Törnbericht, Reisebericht
Delius Klasing
14.03.2016
Gebundene Ausgabe
256

Von der Landratte zum Segeljunkie: Das ist die Kurzfassung der vergangenen 8 Jahre im Leben des 45-jährigen Guido Dwersteg. Es beginnt ganz harmlos mit dem Mitsegeln bei Freunden und endet mit einer Einhand-Atlantikrunde. Über diese Reise um den Atlantik hat Dwersteg nun ein Buch geschrieben.

Gerade einmal seit 5 Jahren hatte der Koblenzer Guido Dwersteg seinen ersten Segelschein in der Tasche, als er im Februar 2012 mit seinem Segelboot „Carpe Diem“ von der Ostsee-Insel Fehmarn zu einer Atlantikrunde startete. Vor ihm lagen über 11.000 Seemeilen entlang der europäischen Küste zu den Kanaren, weiter auf die Kapverdischen Inseln, über den Atlantik in die Karibik, auf der Nordatlantik-Route zu den Azoren und schließlich zurück zum europäischen Festland. Und das alles Einhand.

Einsam war Dwersteg auf seinem Einhand-Törn dennoch nicht – Dank sozialer Netzwerke blieb er stets mit seiner Heimat verbunden und teilte online unmittelbar Freude und Leid, die ihm an Land und auf See widerfuhren.

Guido Dwersteg zeigt, wie viel Spaß Segeln machen kann – und wie man einen herausfordernden Törn auch ganz unkompliziert angehen kann.

Weitere Infos auch auf der Webseite des Autors unter www.törn.de.


Durchschnittliche Bewertung

5 Rezensionen zu Guido Dwersteg: Einhand um den Atlantik

  1. 2012 war es, als ich mehr oder weniger zufällig auf Guido Dwersteg stieß, der im Internet seine Segelreise über den Atlantik dokumentierte und mich von Anfang an fanszinierte. Den youtube Kanal habe ich gleich abonniert und im facebook eine Freundschaftsanfrage geschickt. So blieb ich in engem Kontakt und habe nichts von der abenteuerlichen Reise versäumt. Und wie das auf den Zählern von youtube und facebook klar ersichtlich war, haben andere Guido’s Aktivitäten ebenso begeistert verfolgt. Was zunächst als Reise einhand über den Atlantik geplant war, wurde dann zur Fahrt um den Atlantik.
    Nach seiner Rückkehr 2014 wurden die einzelnen Filmsequenzen sehr professionell zu einer insgesamt siebenstündigen Dokumentation verarbeitet. Und nicht ganz zwei Jahre später erscheint das Buch. Da drängt sich natürlich zuerst die Frage auf, lohnt es sich bei der Fülle an Vorinformation überhaupt das Buch zu lesen? Meine Antwort darauf ist ein klares „ja“!
    Guido Dwersteg hat es verstanden, seine Reise in einem humorvollen, sehr gut geschriebenen Text zusammen zu fassen, der den Leser mit auf die Reise nimmt. Zu Beginn steht die Sehnsucht nach dem Meer, die ihn nicht mehr los lässt und der Traum, einmal eine große Segelreise zu unternehmen.
    Die Voraussetzungen dafür werden Schritt für Schritt geschaffen: der Segelschein wird gemacht, die ersten (bitteren) Erfahrungen auf Charterschiffen folgen. Mehrfach wurden hier meine Lachmuskeln strapaziert und ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie so manche Erlebnisse sich abgespielt haben. Dann kommt die Suche nach dem eigenen Schiff. Ich glaube, das ist etwas, was ein Nichtsegler gar nicht versehen kann, am ehesten vergleichbar mit der Suche nach einem Partner fürs Leben. Auch hier wieder sehr amüsante Szenen und schliesslich die Entscheidung, sich einen Bavaria 32 mit grüner Sprayhood, Baumpersenning und grünen Fenderüberzügen zu kaufen.
    Dann kommt der Tag der Abreise. Gekonnt schildert der Autor die einzelnen Etappen, liefert Beschreibungen der verschiedenen Stationen, wie man sie so nicht im Revierführer findet und versteht es, die Phantasie des Lesers dermaßen anzuregen, dass er das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Selbst auf den langen Etappen über den Atlantik, bei denen jeder Tag anders ist, als der vorherige, habe ich zeitweise innegehalten, das Meer, den Wind und die salzige Luft gespürt.
    Genauso erging es mir auch bei der Schilderung des Aufenthaltes in der Karibik und der langen Rückreise. Die einzelnen Tage sind unterhaltsam, kurzweilig und bildhaft beschrieben.
    Guido Dwersteg spricht in seinem Buch aber auch Themen an, die man in anderen einschlägigen Werken so nicht findet: Was kostet so eine Reise, welche Ausrüstung macht Sinn, wie ernährt man sich unterwegs, wie kommuniziert man mit der Welt ausserhalb des Atlantiks und noch vieles mehr.
    Was mir gefallen hat, ist die ehrliche, ungeschminkte, bildhafte Schilderung einer langen Reise um den Atlantik. Keine heroische Gewalttour um jeden Preis mit unkalkulierbaren Risiken, sondern Zielverfolgung mit klarem Konezpt, Erfolgserlebnissen, aber auch Rückschlägen, Ängsten, Zweifeln, Erschöpfung und der Notwendigkeit, sich die Zeit zu nehmen, die es braucht.
    Das Buch hat meine Phantasie angeregt und mich auf den langen Weg um den Atlantik mitgenommen.

    5
  2. So schnelllebig kann das Internet sein.
    Kaum bin ich über den Link,ein handsigniertes Exemplar direkt zu bestellen gestoßen, schon war er irgendwie verschwunden.
    Für mich,der Rolling Home locker „fuffzich“ mal gesehen hat (also echt jetzt, jedes Mal wenn ich in der Küche gemütlich vor mich hin gebrutzelt habe, liefen die Videos auf dem Tablet), wäre so eine signierte Ausgabe wirklich die ultimative Fan-Devotionale gewesen. Dennoch habe ich mir ein Exemplar im klassischen Buchhandel erworben um meinem Segel-Helden etwas zu unterstützen.
    Ich habe an einem Abend immerhin die Hälfte des Buches gelesen. Guidos bekanntermaßen locker-fluffige Erzählweise macht das ohne Anstrengungen möglich. Dergute alte Bernhard Moitessier ließ mir ziemlich oft das Gesicht einschlafen. Den „verschenkten Sieg zog ich mir also mit Gewalt rein, weil Wilfried Erdmann davon so oft schwärmte. Hier schließt sich für mich der Kreis, hatte ich doch erst von Guido Dwersteg über Wilfried Erdmann erfahren.
    Nun halte ich ein Buch in meinen Händen dessen Autor mich erst zum Segelbuch-Leser gemacht hat.
    Einhand um den Atlantik ist eine schnörkellose, erfrischende und wahrhaftige Geschichte ohne Pathos und der üblichen Besserwisserei.. Große Klasse Christian Hacker

    5
  3. Es gib Leute die was erzählen und es gibt Erzähler. Guido Dwersteg ist ein Erzähler! Bei seinen Videos meint man er redet mit Dir. In seinem Buch schwebst Du über seiner Schulter und segelst, fühlst, reist, kurzum Du bist dabei! Da bekommt der alte Seefahrerhit: Nimm mich mit Kapitän… wieder Bedeutung! Der Junge muß wieder los, ich will was erleben! Klasse Guido!

    0
  4. Normalerweise geht das ja so: An der Küste aufwachsen, Opti segeln, Segelscheine machen, ein paar Jahre chartern, Vereinsmitgliedschaft, erstes Boot kaufen, laaange warten und mit 65 zum ersten großen Törn aufbrechen. Oder auch nicht!
    Guido Dwersteg hat es anders gemacht und das macht sein Buch so lesenswert und seine Reise so speziell. Er hat nicht nur spät angefangen und zackig hintereinander alles gelernt was nötig ist, er hat diese doppelte Atlantiküberquerung auch mit einem Boot gemacht, das eigentlich gar nicht für solche Reisen gedacht war.
    Ok, auch das gab es schon, wenn auch eher selten. Was bei der ganzen Berichterstattung auf seiner Website und dem Youtube-Kanal und eben jetzt auch in seinem Buch so anders ist, das ist die ehrliche und direkte Art, mit der er den Leser mit auf den Atlantik nimmt. Er lässt nichts weg und dichtet nichts dazu. Keine Überdramatisierung des Wetters und kein Ausrutscher der ausgelassen wird.
    Wunderbar direkt, humorvoll und spannend.

    Der Kerl kann jedenfalls nicht nur gute Filme machen, sondern auch noch richtig gut schreiben.

    5

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