Jürgen Schwandt: Sturmwarnung

Sturmwarnung: Das aufregende Leben des Kapitäns Jürgen Schwandt. Auf See und in den Häfen. Book Cover Sturmwarnung: Das aufregende Leben des Kapitäns Jürgen Schwandt. Auf See und in den Häfen.
Jürgen Schwandt
Biographie
Ankerherz
April 2016
Gebundene Ausgabe, Ebook
Ankerherz Verla

Ein Leben wie ein ewiges Abenteuer: Orkane auf See, Stürme im
Rotlicht der Häfen. Momente zwischen Leben und Tod. Kapitän Jürgen
Schwandt, Jahrgang 1936, hat alles erlebt. Aufgewachsen in den Trümmern Hamburgs, ging er früh zur See - und tauchte ein in jene exotische Welt aus Fernweh und Sternenstaub, von der er immer geträumt hatte. Dabei lernte er auch früh die Schattenseiten der Seefahrt kennen: den unbarmherzigen Ozean und die harte Arbeit.
STURMWARNUNG ist eine liebevoll und mit Augenzwinkern erzählte
Lebensgeschichte. Eine turbulente Biografie voller Weisheit, Toleranz
und Zigaretten.

1 Rezension zu Jürgen Schwandt: Sturmwarnung

  1. Die Nordlichter unter Ihnen haben wieder einmal einen Vorteil. Sie haben die Hamburger Morgenpost praktisch vor der Haustüre und damit schon lange Zugang zu den Kolumnen on Kapitän Schwandt, von denen ich als Alpenländer erstmals in diesem Buch gehört habe und in deren Genuss ich zum ersten mal in Form eines Bonusmaterials am Ende des Buches kam. Und ich habe selten so gelacht. Meine Güte, der Mensch hat Humor, Weitblick, Ironie, Zynismus und vor allem einen unglaublich sympathischen Humor. Zu dem würde ich mich sofort an den Tisch setzen und bei einem Kaffee seinen Erzählungen lauschen.
    Zu erzählen hat er was. Wer 1936 in Hamburg geboren wurde, kam nicht gerade unter einem guten Stern auf die Welt. Jürgen Schwandt erzählt davon, in lebhaften Bildern, ohne Mitleidsheischend zu sein. So wie es damals für ihn war und so, wie er es empfunden hat. Als Leser hat man das Gefühl, die verdorbenen Essensreste riechen zu können, die Kinder der Nachkriegszeit hungrig suchten, weil es das einzige Essen war, das sie bekamen. Und dann, wenn der eigene Magen schon knurrt, kommt zwischendrin eine Passage, so unerwartet, humorvoll und witzig, dass man lachen muss und sich hinterher gleich dafür schämt.
    Das Buch habe ich in einem Zug durchgelesen, was bei 191 Seiten gut machbar ist. Es ist eine packende, spannende Lebensgeschichte, deren Authentizität in jeder Zeile spürbar ist. Das Leben eines Menschen, der schon als Kind klare Prinzipien und Ziele kannte. Kennen musste. Beeindruckend, wie er daran festgehalten hat, beeindruckend, wie er nichts auslässt und auch über Dinge redet, die man nach seinen eigenen Worten besser verschweigt. Der Leser wird auf verschiedene Seereisen mitgenommen und bei jeder auch mit der Weiterentwicklung der Schifffahrt. Keine unechte Romantik, keine überspannten Abenteuergeschichten, nicht sensationslüstern, aufgebauscht, einfach geradlinig, so, wie es gewesen sein muss. Und dazwischen spart er nicht mit Gesellschaftskritik, beobachtet die Generation „Wisch“ in den U-Bahnen, hört deren Gespräche mit ohne aber zu urteilen oder geringschätzig abzutun. Offen erzählt er über seine Alkoholabhängigkeit und über seinen kalten Entzug, den er ohne fremde Hilfe durchgezogen hat. Hut ab, das war vermutlich die grösste Leistung, die er in seinem Leben vollbracht hat.

    Schon lange hat mich eine Biographie so fasziniert wie diese und ich empfehle sie uneingeschränkt. Nicht nur Menschen mit Schwäche für das Meer werden diese gerne lesen und ebenfalls begeistert sein.

    Jürgen Schwandt wäre jetzt ein Mensch, den ich gerne einmal persönlich treffen würde und dem ich gerne einmal die Hand schütteln würde. Es wäre mir eine grosse Ehre!

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